Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach in der St. Bartholomäuskirche Pegnitz

Symbolbild Religion

Am Sonntag, 17. März erklingt um 17 Uhr in der St. Bartholomäuskirche Pegnitz von Johann Sebastian Bach die Vertonung der Leidensgeschichte Jesu nach dem Matthäus-Evangelium

Markus Simon (Christusworte)

Markus Simon (Christusworte)

Mit ihrer ersten Aufführung nach dem Tod Bachs im Jahr 1829 durch Felix Mendelssohn Bartholdy wurde die allgemeine Bachrenaissance ausgelöst, die bis heute andauert. Für die Darstellung verwendet Bach zwei Chöre und zwei Orchester. Das Werk besteht aus zwei Teilen, die als gottesdienstliche Musik des Karfreitags ursprünglich vor und nach der Predigt erklangen. Erstmals erklang sie am 11. April 1729 in der Leipziger Thomaskirche. Bachs eigene Handschrift, in denen uns das bedeutendste Denkmal protestantischer Kirchenmusik überliefert ist, entstand erst spät zu einer Aufführung am 30. März 1736 in Leipzig. In der Matthäuspassion zeigt Bach einen anderen Jesus als den der früher (1724) entstandenen Johannespassion. Während es bei Johannes um den in allen Situationen herrschenden Gottessohn geht, verleiht Bach hier seiner Jesusminne musikalisch Ausdruck. In der Schilderung nach Matthäus nähert sich der Heiland in seinem Leiden der Menschheit und die Menschheit leidet mit ihm. Bach erweist sich als Ausleger der Bibel, dessen Komposition zu einer „klingenden Predigt“ wird. Während der Evangelist im nüchternen Stil dem Text des Evangeliums folgt, werden die Worte Christi durch eine Streicherbegleitung abgehoben und aufgrund ihrer Bedeutung mit musikalisch-rhetorischen Figuren angereichert.

Reich ist die Matthäuspassion Bachs an Zahlensymbolen. Wenn beispielsweise die Jünger bei der Ankündigung des Verrats fragen „Herr, bin ich’s“, so erscheint diese Frage nur 11-mal: der zwölfte Jünger, Judas, fragt nicht. Er weiß ja, dass er der Verräter sein wird. Als unmittelbar nach dem Tod Jesu laut Bericht des Evangelisten die Erde erbebt, gruppiert Bach die Noten so, dass musikalisch auf die Psalmen 18, 68 und 104 verwiesen wird – in denen vom Erdbeben die Rede ist. Bach stellt sich auch selbst unter das Kreuz, in dem er zusammen mit dem Hauptmann und denen, die bei nach Matthäus ihm waren zahlensymbolisch bekennt: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen“. Die musikalisch bilderreiche Ausdrucksweise der Arien könnte auf den Einfluss des Pietismus zurückgeführt werden, dessen Erbauungsliteratur sich auch in Bachs Bibliothek findet.

Das etwa 2 ½ Stunden dauernde Werk singt die Kantorei St. Bartholomäus begleitet von der Neuen Nürnberger Ratsmusik. Solisten sind Carolin Axmann, Sopran sowie die aus Altdorf stammende Altistin Renate Kaschmieder; Hannes Böhm, Tenor, Markus Simon (Christusworte) und Michael Albert, Bass. Die Gesamtleitung hat Jörg Fuhr.

Eintrittskarten zum Konzert sind ab dem 6. März im Schreibwarengeschäft Wöckel in Pegnitz, Telefon 09241-5771 erhältlich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.solideo.de, der Seite der evangelischen Kirchenmusik in Bayern, und auf der Seite www.pegnitz-evangelisch.de der evangelischen Kirchengemeinde Pegnitz. Die Abendkasse ist ab 16.15 Uhr geöffnet.

Künstlerbiographien

Carolin Axmann, Sopran

Die in Lichtenfels geborene Sängerin erhielt ihre Ausbildung bei der Coburger Opernsängerin Nese Pars und bei Professor Heindl an der Würzburger Opernschule. 1995 war 1. Preisträgerin im Fach Gesang beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und erhielt den Förderpreis der Stadt Nürnberg. Es folgten unter anderem ein erster Preis beim bundesweiten „Stimmtreff“-Wettbewerb in Hamburg, der Förderpreis beim Bundeswettbewerb Berlin sowie ein dritter Preis beim Robert-Saar-Wettbewerb in Bad Kissingen. Carolin Schmidt konzertierte mit den Hofer Symphonikern und dem Oberfränkischen Jugendorchester. Sie waripendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Coburg und sang im Oktober 2000 die Sopranpartie aus dem Oratorium „Abraham“ von Bernhard Molique in der Coburger Morizkirche.

Renate Kaschmieder, Mezzosopran / Alt

Renate Kaschmieder begann ihre Gesangsausbildung am Nürnberger Meistersinger-Konservatorium und entwickelte sich schon während des Studiums zu einer gefragten Sängerin. Mit dem Konzertexamen und als erste Preisträgerin des Nürnberger Dr.-Drexel-Wettbewerbs 1986 schloss sie ihr Studium ab. 1992 wurde sie Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. Mit verschiedenen Instrumentalsolisten gestaltet sie äußerst reizvolle Liedrecitals quer durch die Jahrhunderte. Ihre besondere Liebe gilt dabei Uraufführungen zeitgenössischer Werke wie Holmer Beckers Rilkelieder, Volker Felgenhauers „Credo“ u.a. bei den Fürther Kirchenmusiktagen .

Ihr Operndebüt gab sie 1989 als dritte Dame in der Zauberflöte bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen. Es folgten Auftritte als Orlofsky, Maddalena, Fenena, Mercedes u.a. in Schwerin, Eutin, Passau, Bad Hersfeld und Würzburg. Sie arbeitete mit den Dirigenten Hilary Griffiths (Hamburger Symphoniker), Peter Falk (Rundfunkorchester des SWF), Vladimir Valek (Rundfunk-Sinfonieorchester Prag), Roderich Kreile (Dresdner Kreuzchor), Michael Hofstetter u.a. zusammen.

Als Altistin im Oratorien- und Konzertfach bereist sie immer wieder das europäische Ausland. Nach zwei Auftritten in Japan 2005 und 2007 sang sie im November 2012 erneut die Bachsche Matthäuspassion in Tokio. Zahlreiche Konzertmitschnitte der Künstlerin wurden auf CD und vom Bayerischen Rundfunk dokumentiert, z.B. Heinrich Hartls „Seelengedanken“ oder zuletzt die Neruda-Lieder von Roland Schmidt mit dem Neruda- Quartett, die in der Presse große Beachtung fanden.

Markus Simon, Bass (Christusworte)

Der Bassbariton Markus Simon stammt aus einem musikalischen Elternhaus und bekam bereits früh ersten Klavier- und Orgelunterricht. Im Rahmen des Lehramtsstudiums mit Hauptfach Musik erhielt er seine Gesangsausbildung, die er später privat und in mehreren Meisterkursen an der Internationalen Bach-Akademie Stuttgart (John Shirley-Quirk, Wolfgang Schöne, Rudolf Piernay) erweiterte.

Als gefragter Bassbariton interpretiert er die gängigen Oratorien aus Barock, Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischer Musik (mehrere Uraufführungen). Als Kantor in der Klosterkirche Langenzenn hat er mit seinen Chören zahlreiche Oratorien (darunter auch Bachs „Matthäus-Passion“)selbst geleitet und erfolgreich aufgeführt.

In Fivizzano (Italien) erhielt er mit der Interpretation von Liedern aus Schuberts Winterreise einen 1.Preis in der Kategorie „Canto lirico“. Die Vielseitigkeit und Wandelbarkeit seiner Stimme reicht bis hin zu Jazz und Gospel.

Michael Albert

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt der Bassist Michael Albert im Windsbacher Knabenchor. An der Musikhochschule Würzburg studierte er Gesang, in mehreren Meisterkursen vertiefte er seine Ausbildung. Der Deutsche Musikrat und der Richard-Wagner-Verband verliehen ihm Stipendien. Neben Gastengagements an verschiedenen Theatern war Michael Albert festes Ensemblemitglied der Kammeroper Ulm. Ein Figaro ist er ebenso wie ein Darsteller in zeitgenössischen Musiktheaterwerken, wie z.B. von Olga Neuwirth und Heiner Goebbels.

Seine rege Konzerttätigkeit führt ihn auf zahlreiche Konzertpodien in Europa und in Israel (u.a. Kissinger Sommer, Europäisches Musikfest Stuttgart, Hollandfestival Amsterdam, Festival d’Automne Paris). Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit.

In der jüngeren Vergangenheit arbeitete Michael Albert mit Dirigenten wie Harry Christophers, Daniel Harding und David Stern zusammen und trat mit dem Ensemble Modern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Concerto Köln auf (Konzerthaus Wien, Glocke Bremen, Concertgebouw Amsterdam).