Endlich wieder Fischertag in Aufseß – Lehranstalt für Besucher geöffnet

Teichanlage in Aufseß. © Bezirk Oberfranken
Teichanlage in Aufseß. © Bezirk Oberfranken

Am vergangenen Wochenende nutzten knapp 1000 Besucher die Gelegenheit, am Fischertag die Lehranstalt für Fischerei des Bezirks Oberfranken in Aufseß zu besuchen. Es gab umfassende Informationen über Fischerei und Teichwirtschaft, die kleinen Besucher versuchten sich als Angler und Forscher bei der Bachsafari.

Nach vier Jahren Corona- Pause konnte Bezirkstagspräsident Henry Schramm endlich wieder Gäste in der Lehranstalt zum Fischerfest begrüßen – und das bei herrlichem Ausflugswetter.

Den ganzen Tag über konnten die Besucher die Anlage besichtigen. Im Bruthaus, sozusagen in der Kinderstube heimischer Fischarten wie Äsche und Bachforelle, wurde den Besuchern vor Augen geführt, wie aufwändig und wichtig es ist, bei entsprechenden Fischen Nachwuchs heranzuziehen. Die kleinen Fische werden im Rahmen von Artenhilfsprogrammen wieder in Flüsse und Bäche ausgesetzt, um dort deren Bestände zu schützen.

Bürgermeister Alexander Schrüfer, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Direktor der Bezirksverwaltung Peter Meyer, Bezirksräte Thomas Nagel, Manfred Neumeister, Dr. Peter Thoma von der Teichgenossenschaft Oberfranken und Leiter der Fischereifachberatung Dr. Thomas Speierl. Foto: Florian Bergmann

Bürgermeister Alexander Schrüfer, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Direktor der Bezirksverwaltung Peter Meyer, Bezirksräte Thomas Nagel, Manfred Neumeister, Dr. Peter Thoma von der Teichgenossenschaft Oberfranken und Leiter der Fischereifachberatung Dr. Thomas Speierl. Foto: Florian Bergmann

„Leider fällt unser Fest in eine Zeit, in der die heimische Fischerei mit vielen Problemen zu kämpfen hat“, so Bezirkstagspräsident Schramm in seiner Begrüßung. Der Druck auf die Fischbestände und die Teichwirtschaft habe in den vergangenen Jahren durch Fischfresser wie den Fischotter oder den Kormoran stark zugenommen. Schramm sprach in diesem Zusammenhang der Bayerischen Staatsregierung seinen Dank aus, dass sie im April 2023 eine Ausnahmegenehmigung für den Fischotter auf den Weg gebracht hat. Dies sei ein erlösendes Signal für viele private und kommerzielle Teichwirte in Oberfranken und ganz Bayern. „Das ist eine richtige Entscheidung, denn die Fische und Teiche tragen genauso zur Tier- und Artenvielfalt bei, wie Fischotter und Reiher dies tun.“

Der Bezirk Oberfranken ist in der Lehranstalt für Fischerei ebenfalls zum Handeln gezwungen: Ein Fischotterschutzzaun soll zeitnah umgesetzt werden um die Hauptanlage zu schützen. Denn der Fischotter ist seit letzten Winter auch in Aufseß angekommen.

Reinhard Seuß von der ehrenamtlichen Fischotterberatung Oberfranken und Martin Goller vom ehrenamtlichen Kormoranmanagement Oberfranken gaben beim Fischertag ihr Fachwissen und ihre Einschätzungen an interessierte Besucher weiter.

Kleine Forscher bei der Bachsafari. Foto: Florian Bergmann

Kleine Forscher bei der Bachsafari. Foto: Florian Bergmann

Für die kleinen Fischfans war auf dem Gelände einiges geboten: bei der Bachsafari gingen sie bewaffnet mit Kescher und Eimer auf Entdeckungsreise in den Safaribach. Neben Wasserinsekten konnten auch einige Krebse nachgewiesen und bestimmt werden. Der Bezirksfischereiverband beteiligte sich mit dem Programm „Fischer machen Schule“.

Der Präsident des Bezirksfischereiverbandes Oberfranken, Werner Köhler und Dr. Peter Thoma, 1. Vorsitzender der Teichgenossenschaft Oberfranken betonten, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zum Wohl der Fischerei sei und dass der Bezirk Oberfranken hier ein verlässlicher Partner ist. „Die Fischerei gehört mittlerweile mit zur Gemeinde und ist wie das Bier und die Brauereien ein Aushängeschild von Aufseß – nicht umsonst wurde die Kommune deswegen als Genussort bereits 2018 ausgezeichnet“, so Bürgermeister Alexander Schrüfer, der sich für das gute Miteinander abschließend bedankte.